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Frisch operiert? So hilft deine Ernährung bei Wundheilung und Muskelaufbau

Die Operation ist geschafft, das Knie steckt in der Schiene, und jetzt heisst es: heilen. Viele denken dabei zuerst an Wundpflege, Schmerzmittel und Physiotherapie. Ein Baustein geht oft vergessen: die Ernährung. Für eine gute Wundheilung braucht dein Körper Energie, Protein, Flüssigkeit und ausreichend Mikronährstoffe. Bei Physioline Zumikon verbindet Anina Mang beides: Sie ist Physiotherapeutin und Ernährungsberaterin. In diesem Beitrag zeigen wir, was die Forschung zur Ernährung nach einer Operation sagt.

Frisch operiert? So hilft deine Ernährung bei Wundheilung und Muskelaufbau

Heilung ist Schwerarbeit für den Körper

Eine Wunde heilt in mehreren Phasen. Zuerst stoppt der Körper die Blutung, dann räumt eine Entzündungsreaktion auf. Danach bildet sich neues Gewebe, das über Wochen umgebaut und gefestigt wird. In jeder dieser Phasen sind bestimmte Nährstoffe wichtig.

Die Europäische Gesellschaft für klinische Ernährung (ESPEN) hält in ihrer Leitlinie fest: Mangelernährung und unzureichende Ernährung sind Risikofaktoren für Komplikationen nach Operationen. Sie empfiehlt deshalb, lange Fastenphasen zu vermeiden und nach dem Eingriff so früh wie möglich wieder normal zu essen.

Für dich heisst das: Jetzt ist nicht der richtige Moment für eine Diät. Auch wenn du dich weniger bewegst, braucht dein Körper genug Energie, um zu heilen.

Das beginnt übrigens schon vor dem Eingriff. Die ESPEN-Leitlinie rät, lange Fastenphasen vor einer Operation zu vermeiden. Wie lange du vorher nüchtern bleiben musst, legt das Spital fest. Halte dich an diese Vorgaben und frag nach, wenn etwas unklar ist. Wer gut genährt in die Operation geht, hat für die nachher stattfindende Wundheilung eine bessere Ausgangslage.


Eiweiss, Vitamine, Mineralstoffe: worauf es ankommen kann

  • Energie: Dein Körper leistet während der Heilung Schwerstarbeit und muss daher mit genügend Energie versorgt werden. Die Wundheilung führt daher zu einem höheren Energiebedarf. Wenn nur der Proteinbedarf, aber nicht der Energiebedarf abgedeckt wird, wird das Eiweiss zur Energieversorgung verwendet und fehlt dann als wichtiger Baustein bei der Wundheilung.
  • Eiweiss (Protein) ist ein Baumaterial. Dein Körper braucht es für neues Gewebe, für die Abwehr und für die Muskeln. Gute Quellen sind Quark, Joghurt, Hüttenkäse, Eier, Fisch, Fleisch, Linsen, Kichererbsen, Tofu und Nüsse. Ein einfacher Tipp aus Spital-Patienteninformationen: zu jeder Mahlzeit eine Eiweissquelle einplanen.
  • Vitamin C braucht der Körper, um Kollagen zu bilden. Kollagen ist das Gerüst von Haut, Sehnen und Narben. Viel Vitamin C steckt unter anderem in Peperoni, Beeren, Zitrusfrüchten, Broccoli und Kartoffeln.
  • Zink, Eisen und Vitamin A sind ebenfalls an der Zellteilung und an der Abwehr beteiligt. Zink findet sich zum Beispiel in Fleisch, Meeresfrüchten, Eiern, Milchprodukten und Vollkorn.
  • Und Nahrungsergänzungsmittel? In der Ernährungsberatung wird angeschaut, ob alle Makro- und Mikronährstoffe abgedeckt werden können. Falls nicht, wird zusammen geschaut, welches Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll ist.


Muskeln erhalten: wo Physiotherapie und Ernährung zusammenspielen

Nach einer Operation am Knie, an der Schulter oder am Fuss wird das Gelenk oft geschont oder ruhiggestellt. Die Folge: Die Muskeln bauen ab, besonders schnell in den ersten ein bis zwei Wochen. Dazu kommt, dass viele in dieser Zeit weniger Appetit haben und dadurch auch weniger Energie und Eiweiss essen.

Studien deuten darauf hin, dass genug Eiweiss, gut über den Tag verteilt, den Muskelverlust bremsen kann. Eiweiss allein ist aber kein Wundermittel. Entscheidend ist das Zusammenspiel: Die Bewegung in der Physiotherapie gibt dem Muskel den Reiz, die Ernährung liefert das Material. Auch die ESPEN-Leitlinie nennt die frühe Mobilisation als Baustein, um den Aufbau von Muskeleiweiss zu fördern.

Genau an dieser Schnittstelle arbeitet Anina Mang. Als Physiotherapeutin begleitet sie Patientinnen und Patienten in der Reha nach Operationen, zum Beispiel nach Eingriffen am Bewegungsapparat oder an den inneren Organen. Als Ernährungsberaterin mit Bachelor in Ernährung und Diätetik und Weiterbildung (CAS) in Sporternährung schaut sie, ob die aktuelle Ernährung dem Heilungsprozess entsprechend ausreichend ist. So muss niemand zwischen zwei Fachpersonen vermitteln. In der Therapie sieht sie, wie belastbar das operierte Gelenk ist und wie das Training anschlägt. In der Ernährungsberatung werden Optimierungen vorgenommen, damit die Wundheilung gut voranschreitet und der Muskelabbau so gut wie möglich verhindert werden kann und im Verlauf aufgebaut werden kann.

Anina Mang: «Die Physiotherapie liefert den nötigen Reiz für das Kollagen und die Muskulatur, die Ernährung die benötigten Bausteine. Beides zusammen ergibt die optimalen Voraussetzungen, damit man sich baldmöglichst wieder schmerzfrei, fit und energievoll fühlt.»


Drei Tipps für die ersten Wochen nach der Operation

  1. Iss regelmässig, auch wenn der Appetit fehlt. Kleinere Mahlzeiten und Zwischenmahlzeiten können helfen.
  2. Plane zu jeder Mahlzeit eine Energie- und Eiweissquelle ein.
  3. Trink genug und bleib in Bewegung, so wie es dein Behandlungsteam erlaubt.

Diese Tipps ersetzen keine Ernährungsberatung und auch keine ärztliche Beratung. Wenn sich eine Wunde rötet, stärker schmerzt, nässt oder du Fieber bekommst, melde dich bitte umgehend bei deiner Ärztin, deinem Arzt oder im Spital.


Deine Begleitung in Zumikon

Du möchtest deine Ernährung nach einer Operation besprechen oder deine Reha planen? Anina Mang berät dich diesbezüglich gerne beim Standort Zumikon der Physioline. Die Ernährungsberatung ist krankenkassenanerkannt. Voraussetzung für die Kostenübernahme ist wie bei einer Physiotherapie die ärztliche Verordnung.


Geschrieben mit fachlicher Begleitung von Anina Mang, Physiotherapeutin und Ernährungsberaterin, Physioline Zumikon.

Anina Mang hat einen Bachelor in Physiotherapie und einen Bachelor in Ernährung und Diätetik sowie ein CAS in Sporternährung. Ihre Schwerpunkte sind Orthopädie, Sportphysiotherapie, die Reha nach Operationen und die krankenkassenanerkannte Ernährungsberatung.

Anina Mang – Physioline
Verfasst von

Anina Mang

BSc Physiotherapeutin / BSc Ernährung und Diätetik / CAS in Sporternährung

BSc Physiotherapie BSc Ernährung und Diätetik CAS in Sporternährung

Zum Profil

Quellen

  • Weimann A, Braga M, Carli F, et al. ESPEN practical guideline: Clinical nutrition in surgery. Clinical Nutrition. 2021;40(7):4745–4761. doi:10.1016/j.clnu.2021.03.031. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34242915/
  • Hill B, Mitchell A, Szydlowska A, Sparks C, Dunn H, Berry H. The role of nutrition in wound healing and implications for nursing practice. British Journal of Nursing. 2025;34(4):S39–S42. https://bnu.repository.guildhe.ac.uk/id/eprint/19648/
  • Wall BT, Morton JP, van Loon LJC. Strategies to maintain skeletal muscle mass in the injured athlete: Nutritional considerations and exercise mimetics. 2015. https://cris.maastrichtuniversity.nl/en/publications/strategies-to-maintain-skeletal-muscle-mass-in-the-injured-athlet/
  • Wall BT, van Loon LJC. Nutritional strategies to attenuate muscle disuse atrophy. Nutrition Reviews. 2013;71(4):195–208. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23550781/
  • UMass Memorial Health. Nutrition for Wound Healing (Patienteninformation). https://www.ummhealth.org/health-library/nutrition-for-wound-healing

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